Bericht des 1. Vorsitzenden Harald Harmstorf
Samstag, 22 Oktober 2011

Wie in den Jahren zuvor, soll dieser Bericht eine Ergänzung zu den einzelnen vorliegenden Berichten meiner Vorstandsmitglieder sein, da nahezu sämtliche Themen und Aufgabenstellungen im Verband zusammenlaufen.

Der nunmehr schon traditionell gute Kontakt mit allen für uns zuständigen Behörden und Institutionen in Hamburg hat sich insbesondere durch das jährlich stattfindende "Frühjahrstreffen" sehr gefestigt. Hier ist und bleibt unser Kernthema: Sicherheit auf unserem Revier, von der Oberelbe bis zur Deutschen Bucht und auf der Alster sowie das grundsätzliche Verständnis für erforderliche Abläufe mit der vorrangigen Großschifffahrt.

Der Verkehr mit unseren Yachten hat durch viele Veranstaltungen im Hamburger Hafen stark zugenommen. Auch hierbei hat sich der langjährige enge Kontakt zum Hamburger Motorboot-Verband bewährt.

Überregional besteht ebenfalls seit Jahren eine enge und vertrauliche Verbindung zu den "Nordlichtern", d.h. den Landessegler-Verbänden Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern sowie dem Fachverband Segeln Bremen. Auf den regelmäßigen Sitzungen des Seglerrates im Deutschen Segler-Verband ist das von Bedeutung, wobei der Gesamtkontakt zu allen bundesweiten Landessegler-Verbänden und dem DSV ebenfalls sehr gut ist. Bei vielen Sachthemen, die überregional durch die oft sehr unterschiedlichen Bundesländerstrukturen diskutiert wurden, konnten gute und gemeinsame Lösung gefunden werden.

Das ich selbst den Hamburger Segler-Verband auf allen für uns bedeutsamen Veranstaltungen, regional und überregional, vertrete, ist selbstverständlich geworden.

In alle aktuellen Revierthemen in Hamburg ist unser Verband eingebunden, direkt oder gemeinsam u.a. mit den Hamburger Landesverbänden der Motoboote, Ruderer, Kanuten und Taucher in der Wassersportkommission des Hamburger Sportbundes. Nicht nur hieraus sondern auch über den Hauptausschuss und persönlich hat sich über die Jahre zum Hamburger Sportbund eine überaus gute und vertrauliche Zusammenarbeit ergeben.

Viele Hamburger Planungen und Gesetzesentwürfe konnten in langen Beratungen soweit entschärft werden, dass diese nahezu keine Einschränkungen für den gesamten Wassersport darstellten oder zum Vorteil entwickelt wurden. So bei beabsichtigten Vereinsverlagerungen, Baumaßnahmen wie dem Harburger Binnenhafen oder dem Entwurf zur Befahrensordnung im Mühlenberger Loch.

Durch massives Vorgehen des Hamburger Segler-Verbandes und großem Entgegenkommen der zuständigen Hamburger Behörden sowie des Hamburger Sportbundes konnten in den Jahren 2003 und 2004 alle gefährdeten Hamburger Yachthäfen grundgeräumt und wieder auf Tiefe gebracht werden. Durch erforderliches regelmäßiges eggen bzw. spülen ist nunmehr wie geplant eine kostengünstige Unterhaltung möglich.

Der interne Hafenfonds im Verband, in den jährlich festgelegte Beträge eingezahlt werden, hat sich bewährt. Auf diese Weise sind für mehr als 700 Yachten, ohne dem Hamburger Yachthafen in Wedel, dauerhafte Liegeplätze und damit auch der Erhalt von Vereinsmitgliedschaften in Hamburg gesichert.

Aus diesen Erfahrungen heraus wird sich der Hamburger Segler-Verband nunmehr gemeinsam mit dem Deutschen Segler-Verband sowie den Landesseglerverbänden Schleswig-Holstein und Niedersachsen als Mitbetroffene der Elbeausbaumaßnahmen verstärkt dafür einsetzen, dass auch die Unterelbe- Yachthäfen von Schlamm-Einlandungen grundgeräumt werden, um danach ebenfalls durch wesentlich günstigere Unterhaltungsmaßnahmen die erforderlichen Wassertiefen erhalten zu können.

Hier muss erreicht werden, dass sowohl die betreffenden Bundesländer als auch deren Landessportbünde ebenfalls so kostenfördern eintreten wie Hamburg. Die Vereine selbst können das nicht alleine tragen. Bis zu einer tragbaren Lösung wird noch viel Wasser die Elbe rauf und runter fließen.

Die geplante Fahrwasseranpassung ist derzeit für 2012 avisiert.

Nach langen Prüfungen aller rechtlichen Voraussetzungen und den Erfahrungen aus der Vergangenheit hat sich unser Segler-Verband entschieden, keine Einwendungen gegen die anstehenden Elbausbaumaßnahmen zu erheben. Weder unsere Satzung noch die grundsätzliche Situation lässt das zu. Somit wurden und werden auch keine Kosten in Widerspruchsverfahren investiert, wo keine Aussicht auf Erfolg besteht.

Gegen Zerstörungen von Uferlandschaften oder Vereinsanlagen sowie Einschränkungen des Segelns haben und werden wir uns auch in Zukunft wehren.

Der Sonderstiftungsfonds des Hamburger Senats in Höhe von 10 Mio. ist in das 3. Zinsertragsjahr gegangen. Verfügungen hieraus können, wie bereits mehrfach dargestellt, erst nach Freigabe der Elbausbaumaßnahme erfolgen. Viele Hafenbetreiber stehen bereits in der Warteschleife, um Fördergelder hieraus in Anspruch nehmen zu können.

Das Projekt Sailing Team Germany hat Form angenommen. Seit 2010 ist unser Verband beitragszahlendes Mitglied geworden. Insbesondere erwarten wir hieraus die Möglichkeit einer bundesweiten Koordinierung zur Förderung geeigneter jugendlicher Spitzensegler.

Der Hamburger Segler-Verband trägt im Verhältnis seines Beitragsaufkommens der Gesamtmitglieder und deren deutlich überwiegende Vereinsstrukturen als Fahrtensegler sehr hohe Kosten für Trainingsmaßnahmen mit Jugendlichen. Hierdurch werden die Möglichkeiten zur Förderung anderer Vereinsmaßnahmen erheblich eingeschränkt. Das stößt vermehrt auf deutliche Kritik.

Es bleibt zu hoffen, daß bei einer weiteren positiven Entwicklung des Sailing Team Germany in Kürze eine grundsätzliche Änderung dieser Situation erreicht werden kann.

Neben den traditionellen Veranstaltungen wie das erfolgreiche Frühjahrstreffen mit -Behördenvertretern sowie die Einlaufshowfahrt der Wassersportler im Rahmen der gesamten Einlaufparade anlässlich des jährlichen Hafengeburtstages soll darüber hinaus auch in Zukunft die Präsenz unseres Segler-Verbandes gemeinsam mit der Hamburger Yachthafen-Gemeinschaft auf der Hanseboot Bestand haben.

Derzeit laufen Überlegungen, ob gleichfalls eine Beteiligung gemeinsam mit dem Landessegler-Verband Schleswig-Holstein auf der Hanseboot Ancora Boat Show der Hamburg Messe und Kongress angestrebt werden kann.

Das neben den hier aufgezeigten Themen ein Reihe von Dauerbrennern bearbeitet werden müssen und generell viel Verwaltungsarbeit anfällt, ist selbstverständlich. So wurde es dringend erforderlich, die Verbands-Geschäftsstellenzeiten auf wöchentlich 4 Tage zu erweitern.

Für die vertrauliche und gute Zusammenarbeit im Vorstand einschließlich der Geschäftsstelle in 2010 danke ich.


 

 
Grundsätze für Förderung im Breitensport
Sonntag, 10 Oktober 2010
Die Grundsätze für Förderung im Breitensport durch den Hamburger Segler-Verband haben wir in einem PDF-Dokument für Sie zusammengefasst: foerderung_breitensport.pdf (Stand 16.6.2010)

 
Bericht des 1. Vorsitzenden Harald Harmstorf
Samstag, 20 Februar 2010

Wieder danke ich vorab meinen Vorstandsmitgliedern sowie unserer Geschäftsstelle, Cathrin Schaper, für die gute Zusammenarbeit im abgelaufenen Jahr.

Viele Themen aus den einzelnen Jahresberichten sind im Gesamtvorstand ausführlich erörtert und den Erfordernissen entsprechend behandelt worden. So soll auch dieser Bericht nur eine Ergänzung hierzu sein.

Der seit Jahren bestehende, überaus wichtige, vertrauliche und persönliche Kontakt u.a. mit der Hamburger Wasserschutzpolizei, der Hamburg Port Authority, dem Wasser- und Schifffahrtsamt Hamburg, den Hafenkapitänen, der Lotsenbrüderschaft EIbe, der Hamburger Hafenlotsenbrüderschaft, dem Hamburger Sportamt, dem Hamburger Sportbund, der Behörde für Kultur, Sport und Medien sowie der Behörde für Wirtschaft und Verkehr zum Leitthema "Sicherheit in unserem Revier auf der EIbe und im Hamburger Hafen" ist für alle Mitglieder im Verband von Bedeutung.

Die guten Beziehungen mit dem Hamburger Motorboot-Verband sind von festem Bestand. Desgleichen besteht nunmehr unverändert seit Jahren eine sehr enge Verbindung zwischen den 5 norddeutschen Landessegler-Verbänden. Diese Solidarität hat sich gerade bei länder-übergreifenden Themen und Schwerpunkten bewährt. Mit dem Deutschen Segler-Verband und dem gesamten Seglerrat stehen wir in enger und guter Verbindung.

Zur Statistik:
Gegen den Trend hat sich die Gesamtmitgliederzahl im Hamburger Segler-Verband in 2009 leicht erhöht auf 12786 in 82 Vereinen.

Der Dauerbrenner "Fahrrinnenanpassung / Elbvertiefung" war auch in 2009 von Bedeutung. An allen hiermit verbundenen Erörterungen habe ich teilgenommen. Der Hamburger Senats-Stiftungsfond in Höhe von 10 Millionen Euro wird seit 2008 vom Kuratorium zinstragend angelegt, derzeit mit jährlichen Laufzeiten, um sich dem Trend effektiver anpassen zu können. Eine Freigabe der Erträge zur zweckbestimmten Verwendung erwarte ich nach derzeitigem Kenntnisstand ab 2012.

Durch die enge Mitarbeit in der Wassersportkommission des Hamburger Sport - Bundes gib es teils noch vertrauliche, teils bereits veröffentlichte Kenntnisse zum Masterplan über die möglichen Veränderungen im Hamburger Hafen bzw. den Randgebieten. Hamburg als eine der weltweit führenden Hafenwirtschaftsmetropolen wird und muss sich der Zukunft stellen. In diese Planungen soll auch der gesamte Wassersport in Hamburg mit eingebunden werden.

Durch den verbandsinternen Baggerfonds, in den die beteiligten Hafenbetreiber bzw. Vereine jährlich regelmäßig auf 10 Jahre verteilt anteilig einzahlen, sind in 2009 bereits erste Baumaßnahmen zur Tiefenhaltung erfolgreich durchgeführt worden. Die seinerzeit erstellte Mengen- und Kostenkalkulation erweist sich als realistisch. Es ist davon auszugehen, dass weitere Hafenunterhaltungsmaßnahmen in 2011 erforderlich werden.

Hamburg hat mit den bereits 2004 / 2005 erfolgreich ausgeführten Grundbaggerungen und anschließenden Unterhaltungsmaßnahmen einen erheblichen Vorsprung und somit auch großen Vorteil gegenüber den gesamten weiteren Häfen, insbesondere denen im UntereIberaum. Dass unser Verband seine Erfahrungen weiter gibt und in jeder nur möglichen Art und Weise die gesamte Elberegion bei der Wiederherstellung der erforderlichen Wassertiefen in den Yachthäfen unterstützt, ist selbstverständlich.

Für die Zukunft des Nord-Ostsee-Kanals ist es dringend erforderlich geworden, in Brunsbüttel eine 3. Seeschleuse bzw. eine 5. Schleusenkammer zu bauen. Nach derzeitigem Planungsstand wird Baubeginn ca. im Jahre 2011 sein. Baulich bedingt, wird das auch für uns Segler zu Behinderungen im Brunsbütteler Schleusenbereich führen. In die Bauplanung bzw. Verkehrsregelung wird u.a. auch unser Verband eingebunden, um insbesondere das Einlaufen von der EIbe her in den Kanal zu sichern.

Offshore Windparks nehmen sowohl in der Nord- als auch in der Ostsee erheblich zu. Diverse Anträge auf weitere Genehmigungen sind gestellt. Bisher gilt die einheitliche Regelung, dass außerhalb der Bauphasen eine generelle Durchfahrterlaubnis für 'Sportboote' besteht. Der Deutsche Seglertag 2009 in Friedrichshafen ist "ruhig ohne Brennpunkte" verlaufen. Das Protokoll der Tagung liegt den Vereinen vor, auf den Verlauf gehe ich daher nicht weiter ein. Das Projekt Harburger Binnenhafen nimmt als Wassersportzentrum im Harburger Raum weiter Form an. Eine geplante Verlagerung unserer Mitgliedsvereine aus dem Hamburger ObereIberaum ist wegen der Reviereinschränkungen durch Brücken bei Booten mit stehendem Mast nicht akzeptabel.

Der Sportfördervertrag zwischen dem Hamburger Sportbund und der Stadt mit neuer Laufzeit ist abgeschlossen und sichert somit vorläufig auch die Maßnahmen zur Förderung des Leistungssports. Auf der außerordentlichen Hauptversammlung des HSB 'wurde diese Grundlage vorgestellt und erläutert.

Auf der Regattaveranstaltung "Baltic Sprint Cup 2009" ist es auf der 2. Etappe zu einem tragischen Unfalltod durch Überbordgehen einer Seglerin gekommen. Hierüber hat es viele, bedauerlicherweise auch falsche, Diskussionen gegeben. Es liegt nach Kenntnis über den Vorfall weder ein Eigen- noch ein Fremdverschulden vor sondern ein folgenschwerer, tragischer Verlauf eines Segelmanövers bei dem auch die überaus erfahrene Crew keine Chance auf eine Rettung hatte.

Das nunmehr auch zur Tradition gewordene Frühjahrsgespräch mit allen für unser Revier, Elbe, Hamburger Hafen und Alster zuständigen Behörden und Institutionen ist von großer Bedeutung geworden und hat wesentlich zum besseren Verständnis untereinander, vor allem der Sicherheit auf dem Wasser, beigetragen und wird fortgesetzt.

Das Grundziel des SAILING TEAM GERMANY, ein durchgängiges und lückenloses Fördersystem vom Jüngstensegeln bis hin zur Olympiateilnahme, nimmt trotz aller wirtschaftlichen Schwierigkeiten, weiter Form an. Der Förderverein Sailing Team Germany eV ist eingetragen und die Sailing Team Germany GmbH als die Leistungsgesellschaft ist gegründet worden. Derzeit liegen 26 Mitgliedschaften im Förderverein vor. Generell wird das System und die gesetzten Ziele von allen bundesweiten Landessegler-Verbänden positiv begleitet. Mitgliedschaften sind bisher aus diesem Kreis aufgrund offener Fragen noch nicht entstanden, werden aber wohl absehbar erfolgen.

Die Finanzen des Verbandes stehen langjährig und auch jetzt auf stabilen Füßen mit einer beruhigenden Rücklage. Gerade in der derzeitig schwierigen wirtschaftlichen Situation ist das bedeutend. Das Prinzip: den Tannenbaum solange zu schütteln bis die Schokoladenkringel am Fußboden liegen, ist nicht unser Stil.


Ich hoffe auf eine gute Segelsaison 2010 !
Harald Harmstorf