Fragebogen zu Ausbildungsangeboten
Donnerstag, 22 April 2010
Um unsere Übersicht über die Ausbildungsangebote in Hamburger Segelvereinen zu erstellen und zu pflegen haben wir einen Fragebogen erstellt. Den Fragebogen für Mitgliedsvereine gibt es hier: fragebogen_ausbildung_vereine.pdf



 
Bericht der Beisitzerin für Nautik, Sicherheit und Führerscheinwesen Kerstin Kröger
Samstag, 20 Februar 2010

Ausbildung und Führerscheine

Die Seminarreihe für Ausbilder des DSV wird fortgesetzt, ein Termin für 2010 steht bereits fest: Samstag, 20. November 2010 in Berlin.

2009 erhielten 28 Teilnehmer in einem eintägigen Kurs einen umfassenden Einblick in die Anwendung der neuen DSV-Lehrhilfen, beispielsweise in das neue Arbeitspaket für die Jüngstenausbildung, sowie eine Einweisung in das neue Lehrmaterial für den Sportbootführerschein-See und den Sportküstenschifferschein.

Die Zahl der vom DSV erteilten Führerscheine nimmt weiterhin ab. Auch die Funksprechzeugnisse UBI, SRC und LRC wurden im vergangenen Jahr gemessen an dem Vorjahreszeitraum seltener erteilt. Dabei ist die Schonfrist für die Funkzeugnispflicht am 31.12. 2009 abgelaufen. In diesem Jahr muss jeder Schiffsführer das für seine Funkanlage vorgeschriebene Funkzeugnis vorweisen können. Für Inhaber nicht anerkannter Scheine soll es Anpassungsprüfungen geben. Die Fragenkataloge für die Funkzeugnisse werden überarbeitet und ab 1. 1. 2011 sollen die neuen Fragebögen eingesetzt werden. Es werden statt ca. 250 Fragen nur noch 180 sein, diese werden in Multiple-Choice-Form vorliegen.

Auch die Sportboot-Prüfungen werden überarbeitet. Die theoretischen Prüfungsteile sollen im Multiple-Choice Verfahren abgeprüft werden, die Theorie gekürzt, die Praxis gestärkt werden. Die Fragenkataloge werden auf Überschneidungen und Streichungspotentiale überprüft. Die Seekartenaufgabe wird in Zukunft Navigationsaufgabe heißen und auch theoretische Kenntnisse abfragen. Auffallend ist die hohe Durchfaller-Quote im SKS bei der Kartenaufgabe, sie beträgt bis zu 17% (beim Fragebogen liegt sie unter 2%). Möglicherweise liegen zum 1.4. 2010 die neuen Prüfungsfragen für den Sachkundenachweis nach dem Waffenrecht vor. Dann werden die Prüfungen für diesen Schein wieder aufgenommen.

Kanada und Norwegen führen eine Sportbootführerscheinpflicht ein. Sofern man nur als Urlauber in diesen Ländern ist, werden die heimischen Sportbootführerscheine anerkannt.

Ausrüstung und Sicherheit

In der Sportschifffahrt gehört die Navigation mit elektronischen Seekarten inzwischen weitgehend zum Standard. Es gibt hier verschiedene Systeme und erhebliche Preisunterschiede. Man kann zwischen fest installierten Plottern oder mit Laptop oder PC arbeiten, für das Cockpit gibt es wetterfeste Geräte. Trotzdem ist es weiterhin wichtig, aktuelle Papierseekarten an Bord zu haben und diese auch griffbereit zu haben, falls die Elektronik ausfällt. Idealerweise sollte der Kurs auf der Papierseekarte mitgekoppelt werden und in regelmäßigen Abständen die Positionen eingetragen werden.

Entsprechend sollte auch ein Logbuch geführt werden, in dem die wichtigsten Reiseereignisse festgehalten werden und aus dem ersichtlich ist, welche Personen sich auf der Reise an Bord befinden.

Handliche GPS-Geräte können auch auf kleinsten Schiffen jederzeit eine Standortbestimmung ermöglichen.

Einige elektronische Seekartensysteme lassen sich mit Wetterberichten und Stromangaben ergänzen, so dass man unter Berücksichtigung der Vorhersagen für Windstärke, Richtung und Strom seinen nächsten Törn gezielt vorbereiten kann. Neben der Ausrüstung mit einem Radargerät, das recht teuer ist und auch nicht von jedem Segler gern am Schiff installiert wird, setzt sich langsam auch in der Sportschifffahrt das AIS (Automatic Identification System) durch. Um das AIS-System zu nutzen gibt es für Sportboote zwei Möglichkeiten, nämlich entweder einen AIS-Empfänger zu installieren, dann kann man auf dem Computerbildschirm in der elektronischen Seekarte die AIS-pflichtige Schifffahrt erkennen. Dies hat den Vorteil, dass man bei der Ansteuerung von Häfen schon von weitem erkennen kann, ob es sich bei den gesichteten Schiffen um fahrende oder ankernde Schiffe handelt. Weiterhin kann man an der Länge der vorausweisenden Pfeile die Geschwindigkeit des Verkehrsteilnehmers ablesen.

Hat man dagegen einen aktiven AIS-Transponder an Bord, so sendet man selbst ein Signal aus, das einen als Sportboot ausweist und wird von der übrigen Schifffahrt auf deren Geräten erkannt.

Nun gibt es aber auch eine Möglichkeit, über das Internet mithilfe des AIS die Schifffahrt am Computer zu Hause zu verfolgen. Unter www.marinetraffic.com oder www.vesseltracker.com kann man die Standorte von Schiffen finden oder nachsehen, welche Containerriesen, Passagierschiffe oder andere AIS-Signale aussendende Fahrzeuge auf der Elbe oder anderen Schifffahrtstraßen verkehren. Ein interessanter Zeitvertreib für die langen Wintermonate!

Das Warten auf die neue Saison sollte man auch nutzen, um mal wieder die Sicherheitsrichtlinien der Kreuzerabteilung zu studieren und um zu checken, ob man noch auf dem neuesten Stand ist.

So empfiehlt die Kreuzerabteilung für Hochseereviere zum Beispiel Schwimmwesten, die mit Bergegurt, Schrittgurt, Licht und Gesichtsschutz ausgerüstet sind. Auch die Verwendung von Sicherheitsleinen wird dringend empfohlen. Dies sollte man auch im küstennahen Bereich berücksichtigen, wenn nur wenige Personen an Bord sind und ganz besonders, wenn man alleine segelt.

Eine Person mit vollgesogener Kleidung aus dem Wasser zu bergen ist auch für mehr als eine Person sehr schwer. Am besten ist es also, man geht gar nicht erst über Bord.

Schließlich ist auch die Internetseite elwis.de der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung
des Bundes eine interessante Informationsquelle für Sportbootfahrer.

Bei fast jedem zweiten Sportbootunfall war Alkohol mit im Spiel. Deshalb ist für die Sicherheit auf dem Wasser auch noch zu beachten, dass die Promillegrenze bei 0,5 Promille BAK liegt. Bereits ab 1,1 Promille BAK geht man von einer absoluten Fahruntüchtigkeit aus, die strafrechtlich verfolgt wird. Diese Promillegrenze muss man übrigens auch beachten, wenn man mit seinem Schiff vor Anker liegt!

Navigation

Das an Bord vorhandene Seekartenmaterial muss auf dem aktuellen Stand sein. Als amtliche Seekarte gilt jeweils die neueste Ausgabe. Auf der Elbe gilt der jeweils neueste Elbe-Atlas als amtliche Seekartenunterlage. Da sich die Sände ständig verändern, wäre es auch unvernünftig, hier mit älteren Karten zu fahren.

Die letzte Segelsaison war wieder sehr durchwachsen. Nicht nur an der Nord- und Ostsee, auch im Mittelmeer hat es wiederholt schnell aufziehenden und nicht längerfristig vorhergesagten Starkwind bzw. Sturm gegeben. Es scheint sich die Tendenz abzuzeichnen, dass Wind und Wettererscheinungen heftiger ausfallen als früher. Umso wichtiger sind zuverlässige Vorhersagen. Neben den Radiowetterberichten gibt es inzwischen auch im Internet vielfältige Möglichkeiten, sich über das Wetter zu informieren. Der Deutsche Wetterdienst bietet mit Seewis sehr gute Wetterinformationen, die man für die Zeit der Segelsaison abonnieren kann. Für dänische Gewässern ist die Internetseite dmi.dk des Dänischen Meteorologischen Instituts sehr zu empfehlen. Wer häufiger in Dänemark segelt, sollte keine Probleme haben, die wenigen Begriffe in Dänisch, die für das Wettergeschehen wichtig sind, zu verstehen. Zur Not hilft ein Wörterbuch. Die Vorhersage ist sehr zuverlässig. In fast allen dänischen und schwedischen Häfen hat man kostenlose W-Lan Verbindungen. Außerdem hängen in den Hafenbüros häufig Ausdrucke der Wetterberichte mit Ausblick auf mehrere Tage im Voraus aus.

Der private Seefunkdienst DP07 hat für das Mittelmeer einen Wetterservice eingerichtet, um die eingestellten Rundfunk-Seewettermeldungen zu ersetzen. Man kann sich die Wettermeldungen auf deutsch als Text oder gesprochen (per MMS oder SMS) direkt aufs Handy schicken lassen. Details gibt es auf der Website der Kreuzer-Abteilung.

Besonders in den Sommermonaten, in denen in Skandinavien Ferien sind, kann man beobachten, dass sich die Liegeplatzsituation in den Ostseehäfen in den letzten Jahren sehr unerfreulich entwickelt hat. Auch in diesen Ländern trifft man nun auf immer größer werdende Charterflotten, zum Teil werden für diese stegweise Plätze reserviert. Da empfiehlt es sich, schon mittags im Hafen zu sein, wenn man nicht mit einem Platz in der zweiten Reihe vorlieb nehmen möchte. Leider ist die Saison in Skandinavien so kurz, dass es sich für die Gemeinden nicht lohnt, ihre Häfen auszubauen und mehr Liegeplätze zu schaffen. Kein Problem bei schönem Wetter, es gibt viele idyllische Ankerplätze. Problematisch wird es allerdings, wenn Schlechtwetter aufzieht und alle in den sicheren Hafen wollen.

Die Pläne für Offshore-Windparks nehmen Gestalt an. Im Internet kann man schon sehen, dass in der Nordsee, aber auch in der Ostsee in den kommenden Jahren riesige Flächen von diesen Stromerzeugern eingenommen werden. Zumindest für die Bauphase gibt es Befahrensverbote. Die Sicherheitszone um eine solche Anlage hat einen Radius von 500 Metern. Durch Überschneidungen wird es also zu riesigen Arealen kommen, für die Befahrensverbote gelten. Der DSV spricht sich grundsätzlich gegen Befahrensverbote aus, die Gesetzgeber sind aber noch nicht einig darüber, ob die Verbote auch nach Fertigstellung der Anlagen weiterhin gelten werden. Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Wohnungswesen hat sich dafür ausgesprochen, die Windparks für die Sportschifffahrt grundsätzlich zu öffnen, wobei unter Umständen eine gewisse Einschränkung der Befahrbarkeit vorzunehmen ist (z. B. Beschränkung der Befahrbarkeit auf die Sommermonate, auf Zeiten mit Tageslicht, Ausschluss von Regattatätigkeit, Begründung zulässiger Masthöhen, etc.). Wer also in diesen Gebieten unterwegs ist, sollte sich kundig machen, wie der Kurs zu setzen ist.

 
Vorschlag zur Durchführung der Ausbildung und Prüfung zum SPOSS
Montag, 15 Dezember 2003

Vorschlag der norddeutschen Landesseglerverbände Niedersachsen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern zur Durchführung der Ausbildung und Prüfung zum Sportsegelschein (Sposs), vom 29.02. 2004 unter Berücksichtigung der Beschlüsse vom Seglertag 2003.

Das Dokument als PDF-Datei: sposs.pdf
 
Allgemeine Sicherheitsbestimmungen für Elbe-Wettfahrten
Freitag, 14 November 2003
Für den Zustand, die Ausrüstung der Yacht und die Qualifikation der Besatzung ist allein der Schiffsführer verantwortlich. Dieser muss im Besitz des entsprechenden amtlichen oder DSV-Führerscheins sein.
[...mehr]