Hamburger Tradition - Kuttersegeln auf der Unterelbe
Dienstag, 18 April 2006
Das Kuttersegeln ist seit vielen Jahren eine Möglichkeit für Jugendliche, gemeinsam mit Gleichgesinnten zu segeln. Im Rahmen der Jugendförderung, neben Opti- und Jollentraining, stellen die Vereine den Jugendlichen Jugendwanderkutter zur Verfügung, auf denen sie segeln lernen und mit denen sie Wochenendtörns, Regatten und ausgedehnte Sommertouren unternehmen können.

Traditionell stellen Kuttersegler auch meistens etwas an, fahren weiter, als der Verein erlaubt oder treiben allerlei Schabernack in den jeweiligen Häfen. Ein besonderes Herz für Kuttersegler hat der Hafenmeister von Stade, der immer einen Liegeplatz für sie bereithält und für ihre Backschaft eine handbetriebene Geschirrspülmaschine in Form einer Plastikschüssel mit Spülbürste im Waschhaus installiert hat.

Auf Verständnis stoßen die Streiche der Kuttersegler insbesondere bei denjenigen, die in ihrer Jugend ebenfalls Kutter gesegelt haben. So sind aus Kutterseglern durchweg reife Erwachsene geworden, die sich auch heute immer noch unter ihren damaligen Spitznamen kennen.

So ausgeprägt der Leistungsgedanke bei vielen Kindern und Jugendlichen schon sehr früh sein mag, beim Kuttersegeln ist alles etwas anders. Aber Wettkämpfe gibt es auch hier. Zur Jubliläumsveranstaltung zum 50. Kutterzirkus konnten viele ehemalige Kuttersegler aktiviert werden, die mit ihren alten Kuttern um die Wette segeln durften, während die aktuellen Kutterbesatzungen ihre Übungen an Land zu absolvieren hatten. Immer mit einem kritischen Auge bei den Manövern der Alten, fragte sich so mancher Jugendliche, ob die denn wirklich wissen was sie tun und hoffentlich alles heil bleibt.

Im letzten Jahr, am 10./11. September, fand der von der SVAOe veranstaltete
57. Kutterzirkus auf der Unterelbe statt.


Image
Drehen auf dem Teller durch Pullen und Streichen (© Sönke Beck)
Am Sonnabend Vormittag ging es los mit den Übungen an Land: Alle Kuttermannschaften mussten den Schiedsrichtern Knoten vorführen, Schleppleine werfen, Nähen, Spleißen, Takeln, Fragen zu Gesetzeskunde und Seemannschaft beantworten, eine Kartenaufgabe lösen und Geschicklichkeitspullen sowie sich einem Diktat mit schwierigen maritimen Begriffen stellen. Sieger wurde hierbei "Rasmus" (ASC) vor "Neumühlen" (SVAOe).

Anschließend fanden nachmittags bei gutem Segelwind hinter Hanskalbsand die Übungen zu Wasser statt. Alle Kutter mussten unter den kritischen Blicken der Schiedsrichter folgende Manöver segeln: Mann-über-Bord-Manöver, Ankern, Reffen, Beidrehen, Rückwärtssegeln und Wenden ohne Pinne. Knapp vorn lag diesmal "Neumühlen", punktgleich mit "Rasmus".

Gasthafen war in diesem Jahr der Schulauer Hafen, in dem zwar die Liegebedingungen eher schlecht sind - der einlaufende Schwell führte sogar zu einigen Beschädigungen - aber die Gastfreundschaft und die Feiermöglichkeiten in der Bootshalle absolut nichts zu wünschen übrig ließen. An dieser Stelle daher noch mal einen herzlichen Dank an unsere Gastgeber vom SVWS. Der Abend wurde also verfeiert, nachdem die Schiedsrichter im Rahmen der "Kochübung" auf den Kuttern verköstigt wurden.

Leider musste die Regatta am Sonntag aufgrund des mittags allmählich einschlafenden Windes verkürzt werden. Sieger wurde wieder "Rasmus" vor "Neumühlen", die damit beide die Siegerliste anführen.

Ergebnisse

 

NameVereinPlatzierung
Rasmus ASC 1
Neumühlen SVAOe 2
Finkenwerder TusF 3
Eny VII SVN 4
Nordwest JKN 5
Viet BSC 6
Kamerad VHS 7
Elmsfuer SVN 8
Oevelgönne SVAOe 9
Acapulco MSC 10
Roland v. Wedel SVWS 11
Dwarsdriever II WSVUe 12
Onkel Hanne BSC 13